Die Dame von Rittwitz. 9
witz ſeinem Nachfolger zu überlaſſen, und ſo kam es denn jetzt auf unſern unglücklichen Arthur, der als Opfer fallen mußte, denn in ungefähr vier Wochen feiert man den Todestag des alten Herrn Joachim, und wie das jetzige Haupt der Rittwitz' ſchen Familie, der Vater unſerer Braut Helene, gegen die Schön⸗ feld geſinnt iſt, wiſſen wir Alle zur Genüge.“
„Ich kenne den alten Rittwitz gar nicht!“ ſagte Baron von C., der Bedächtige, ein junger Legationsrath, der im Kabinet Sr. Majeſtät des Königs angeſtellt war.
„Ich glaube wohl, daß du ihn nicht kennſt, er war ſeit langen, laugen Jahren Antſern. Ih gahbe, daß er nur ein einziges Mal hier war.“
„Mir wäre es ungeheuer gleichgültig, den alten Herrn zu kennen,“ meinte Hugo von B. Aber die Braut oder die gegenwärtige Gräfin Schönfeld möchte ich wohl das Vergnügen haben, wenigſtens ein einziges Mal zu ſehen, wozu aber vor der Hand wenig Hoffnung vorhanden ſein wird, denn wie ich höre, wollen die Neuvermählten noch heute Abend nach Italien abreiſen und dort längere Zeit bleiben.“
„Auch Arthur?“ fragte der Legationsrath.
„Aah iſt anſtändig genug,“ entgegnete der Major,„ſo viel es ihm möglich iſt, die Dehors zu beobachten. Am Ende iſt Fräulein von Rittwitz auch nicht ſchuld daran, daß der Ahn⸗ herr der Schönfeld, eine ſo wahnſinnige Verfügung hinterlaſſen hat, und daß ihr Papa ein eigenſinniger Kauß iſt, der ſich auf keinen Vergleich einlaſſen will.“
„Aber ſie ſoll unausſtehlich ſein,“ bemerkte Hngo von B. „Sprich doch Major, du haſt ſie ja geſehen.“ „Ein Mal nur,“ antwortete der Major achſelzuckend,„und


