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12 Die Dame von Rittwitz.
könnt ihr euch wohl denken, daß ſich die Neuvermählte noch viel weniger bei einem kleinen Diner vor uns ſehen laſſen wird. Ich meinestheils glaube, Arthur will noch mit uns ein paar ver⸗ gnügte Stunden verleben, ehe er— ſein neues Leben antritt.“
„Alſo eine Art Henker⸗Mahlzeit,“ ſprach Hugo von B. „Schade um dies liebenswürdige Appartement, daß es für län⸗ gere Zeit geſchloſſen werden ſoll. Es iſt doch die reizendſte und bequemſte Gargonwohnung, die man ſich in ſeinen kühnſten Träumen nur auszudenken vermag.
„Auch ich wüßt 1i ſts daran auszuſetzen,“ warf der Le⸗ gationsrath hint 3
„Nur Eins iiſt m unbegreifich fuhr der Andere fort, „warum Arthun 3 en melanchöliſchen Bilder dort beſtändig um ſich haben mag...
Die Bilder ſind wundervoll gemalt,“ antwortete der Major, indem er einen flüchtigen Blick nach beiden Seiten warf. „Und dann iſt wegen derſelben ebenfalls eine Art Verfügung getroffen worden. Sie kommen jedesmal in den Beſitz deſſen, der zum Beſten ſeiner Familie eine Rittwitz heirathen muß; es iſt freilich eine eigenthümliche Art, ihn zum Gehorſam gegen die Befehle des Ahnherrn zu ermahnen.“
„Die weiße Dame iſt eine Rittwitz?“ fragte d der Legationsrath.
Der Major nickte mit dem Kopfe, während Hugo von B. ſeinen Fauteuil gegen das Bild wandte und es längere Zeit aufmerkſam betrachtete.„Das gnädige Fräulein,“ ſagte er als⸗ dann,„verharrt da in einer ganz eigenthümlichen Stellung. Man ſollte glauben, unten vor ihr befände ſich ein tiefes Waſ⸗ ſer, und ſie habe ſich dieſen Platz ausgeſucht, um ungeſtört hinab ſpringen zu können.“
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