Die Dame von Rittwitz. 7 „Mich in der That auch, Scherz bei Seite!“ ſagte der mit dem blonden Haar.„Man muß es nur immer verſtehen, ſich in die Lage eines Andern zu verſetzen. Wenn ich bedenke, ich ſollte eine Dame heirathen, ſelbſt aus der beſten Familie, deren Aeußeres ſo iſt, daß eine Antipathie vollkommen gerecht⸗ fertigt erſcheint— bürr! ich wäre einer der unglücklichſten Menſchen.“ „Natürlich— du,“ ſprach langſam der Bedächtige,„mit deiner Leidenſchaft für alles Schöne.“ Und dabei hob er den glänzenden Stiefel in die Höhe und machte eine ſehr komiſch ausſehende kreisförmige Tanzbewegung.„Du weißt doch das Genaueſte, wandte er ſich nach einer kleinen Pauſe an den Aelteſten der Drei,„von dieſer eigentlich wahnſinnigen Teſtaments⸗ Geſchichte! Ich kann dich verſichern, Major, ich habe nie daran geglaubt.“. „Das finde ich begreiflich,“ antwortete Major von A. „Kann doch natürlicher Weiſe keiner von uns über fünfzig Jahre zurückdenken. Aber ich erinnere mich wohl noch, wie mir mein Vater von dem Fideicommiß des alten Herrn Joachim ſprach.“ „Und ein ſolches Fideicommiß bindet auf ewige Zeiten?“ fragte der mit dem blonden Haar.„Das mußt du ja am beſten wiſſen Rechtsbefliſſener,“ ſagte er zu dem Bedächtigen. „Allerdings kann ein einfaches Fideicommiß auf ewige Zeiten errichtet werden,“ gab dieſer zur Antwort,„und im vorliegenden Falle ſoll daſſelbe nur lösbar ſein mit Bewilligung beider In⸗ tereſſenten. Und daß die Familie Rittwitz ihre Zuſtimmung zu einer Annullirung dieſer letzten Willensmeinung nicht geben wird, liegt auf flacher Hand.“ „Und die Beſtimmung ſelbſt?“ forſchte der Andere weiter. „Dieſe Beſtimmung iſt ſehr einfach,“ antwortete der Major,
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