in der Dämmerung wahrhaß geſpenſterhaft hervorleuchtet
Die Dame von Rittwitz.. 5
das Andere war von dem glänzenden Harniſch bedeckt, über den am Halſe ein weißer breiter zierlich gezackter Kragen heraushing. Die linke Hand ruhte auf dem Schwertgriff, der Zeigefinger der rechten, die auf einem Tiſchchen aufgeſtützt war, ſchien auf ein Papier zu deuten, das aufgerollt da lag und an einer Seite des Tiſchchens herabhing.
In der gleichen Haltung ſieht man häufig Fürſten abge⸗ bildet, die ihrem Lande eine gute Conſtitution gegeben und auf dieſe Art von der dankbaren Nachwelt vergegenwärtigt wurden. Der alte Herr aber war kein regierender Fürſt geweſen, hatte auch keine Conſtitution gegeben, vielmehr war das Papier, auf welches er hinwies, ſeine letztwillige Verfügung, die für ſeine Erben eine Klauſel enthielt, welche gerade nicht dazu gemacht war, ihn in dankbarer Erinnerung fortleben zu laſſen.
Wir wollen dem geneigten Leſer nur noch ſagen, daß der alte Herr im Bilde Graf Joachim von Schönfeld, Ahnherr des jetzigen Bewohners des Hauſes war, und dann eines zweiten Bildes erwähnen, welches dem Herrn Joachim gerade gegen⸗ über hing. Hier ſah man eine Dame abgebildet in langem weißem Gewande, deren Geſicht ſeltſamer Weiſe abgewendet war, ſo daß man nur ihr langes fliegendes ſchwarzes Haar ſah, wel⸗ ches über den weißen Nacken und die entblößten Schultern her⸗ abhing und auf wunderliche Art mit Feldblumen durchflochten war. Die Umgebung dieſer Dame war zur Rechten eine dichte Baumgruppe, ſie ſelbſt lehnte. auf einem ſtarken Aſte und ſchien
vor ſich in eine Tiefe hinabzublicken. Es war das ein ſeltſames
melancholiſches Gemälde; der Maler hatte wohl abſichtlich, Licht auf die weiße Geſtalt concentrirt, ſo daß dieſe ſelbſt Abe


