Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

250

ich glaube zu wiſſen, wer jene Unterſchrift gemacht und glaube ebenfalls ſagen zu können, wer den Brief darüber ſchrieb, den man auf meinen Pult legte. Alles ſah mich erſtaunt an, und der Buchhalter zuckte unmerklich zuſam⸗ men, als ich einen feſten Blick auf ihn warf, doch ver⸗ wandelte ſich dieſes Erſtaunen in Schrecken, als ich ru⸗ hig fortfuhr:ich ſelbſt habe jene Unterſchrift gemacht, ja ich ſelbſt, aber im Beiſein des Herrn Buchhalters.

Sein triumphirender Blick verwandelte ſich plötzlich und er ſtotterte:in meinem Beiſein?

Ja, Herr in Ihrem Beiſein, Sie werden ſich jenes Abends erinnern, wo wir von der Schrift der Madame Stieglitz ſprachen, wo Sie behaupteten, die Schrift ſei ſehr ſchwer nachzumachen, und wo Sie mich ſcherzend er⸗ ſuchten, den Namen der Prinzipalin auf ein Blatt Pa⸗ pier zu ſchreiben.

Das iſt eine häßliche verabſcheuungswürdige Erfin⸗ dung, ſagte der Buchhalter mit gefaltenen Händen,ſo wahr mir Gott helfe, eine verbrecheriſche Lüge.

Wenn ſich das beweiſen ließe, ſagte der Commer⸗ zienrath,ſo wäre freilich viel gewonnen.

Beweiſe, um Gotteswillen Beweiſe! rief der Doktor.

Dies Papier mit der Unterſchrift, fuhr ich fort, dort auf dem Tiſch liegt es und ich erkenne es jetzt wie⸗ der, warf der Buchhalter nachläſſig in eine Mappe, in eine Mappe von grünem Saffian mit einem Stahlſchloß