Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

237

gegenüber erſcheinen muß, bringt mich zum Wahnſinn, ich fühle eine verzehrende Gluth wenn Sie in's Zimmer treten, Ihr Fußtritt hinterläßt für mich glühende Spu⸗ ren, die ich küſſen möchte bis ſie aufflammen, wie mein glühents Hirn, das Rauſchen Ihres Kleit s weckt eine wilde Luſt in mir, die ich nicht mehr zu Uudeon ver⸗ mag, hier liege ich zu Ihren Füßen Emma und flehe Sie an, wenn es Ihnen auch unmöglich erſcheint, ein langes Leben mit mir vereint zu ſein, ich bin ja genüg⸗ ſam, o ſo ſchenken Sie mir einen einzigen Augenblick Ihre Liebe, begnadigen Sie mich durch eine kleine Stunde, ſeien Sie mir einen ſeligen Augenblick Alles, was ein Weſen dem andern ſein kann— heute Nacht—“

Ich riß an dem Schloß der Thüre und da von innen

der Nachtriegel vorgeſchoben war, ſo ſprengte ich ihn, indem ich mich gegen die Thür warf und ſtürzte in das Gemach. 3 1 Emma flog auf mich zu und klammerte ſich mit einer wilden Angſt, welche die raſenden, für ſie nicht ganz verſtändlichen Worte des Heuchlers in ihr erregt, er ſprang auf, als er mich bemerkte, ſeine Augen rollten wie die eines Wahnſinnigen, ſein Mund ſchaͤumte und ſo trat er mir entgegen. Ich ließ das Mädchen auf einen Stuhl niedergleiten, faßte ihn an der Bruſt und warf ihn mit ſolcher Kraft von mir, daß er in der Mitte des Zimmers zuſammenſtürzte, im gleichen Au⸗

2*