Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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genblick öffnete ſich die Stubenthür und die Prinzipalin, Madame Stieglitz, ſtand draußen auf dem Gange. Ich war mit meiner Nichte beſchäftigt, tröſtete ſie, ſo gut ich konnte, und bemerkte die Frau draußen im erſten Au⸗ genblick nicht, als ich aber aufſchaute, ſtand der Buch⸗ halter neben ihr, hatte die Hände gefaltet und ſagte: „ſo geht es den Gerechten in dieſem Hauſe, o Frau Prinzipälin, was hat ſich unter dieſem chriſtlichen gott⸗ gefälligen Dach ereignet.“

Madame Stieglitz trat einen Schritt vorwärts und die großt majeſtätiſche Geſtalt der alten Frau war, wie ſie mit aufgehobener Hand daſtand, wahrhaft erſchreckend. Ihr Auge blickte zornig auf mich und ihre Lippe bebte.

„Dank ſei dem Höchſten,“ fuhr der Heuchler fort, „daß ich das Opfer der Wuth jenes Menſchen wurde, Gott, wenn ich mir denke, daß Sie hochgeehrte Frau dieſes ſündhafte Paar überraſcht hätten und daß Ihnen vielleicht das Gleiche geſchehen wäre. Der Herr verzeihe ihnen,“ ſagte er und blickte ſtarr zur Decke,„verzeihen auch Sie!“

Emma hatte ſich am Stuhle aufgerichtet und ich hatte ſie unterſtützt, indem ich meinen Arm um ihren Leib legte, ſo war die Stellung, in der uns Madame Stieglitz überraſchte,— die Thür von meinem Zimmer in das des Mädchens war geöffnet— der Buchhalter klagte uns an————