Emma's zurück, welche nun kalt und ruhig ſagte:„und wie Herr Buchhalter, auf welche Art könnten Sie ſeine Unſchuld beweiſen?“
Hier entſtand eine neue Pauſe und als hätt ich durch die Thür d können, ſo hatte ich vor meinem innern Auge das eſicht des Buchhalters und ſah, wie er bei dieſen Worten das Mädchen mißtrauiſch anſah. Doch hörte ich ihn jetzt lachen und er ſagte:„Sie könnten die Abſicht haben mein Fräulein, das, was ich Ihnen jetzt ſagen werde, der Prinzipalin zu entdecken, aber ich fürchte das nicht, es wird Ihnen nichts helfen, meinem Wort, dem erprobtem, glaubt Madame Stieglitz unbedingt.“
„Ich weiß es,“ ſeufzte das Mädchen.
„Alſo hören Sie mich: Es fällt mir heute Nacht plötzlich ein, daß jener Brief— er trägt, wie Sie nicht vergeſſen müſſen, kein Datum, Ihr Vetter hat das über⸗ ſehen— daß dieſer Brief von der Prinzipalin, wenn auch vor längerer Zeit wirklich geſchrieben wurde, die alte Frau hat das vergeſſen, ich aber verſichere, daß dem ſo ſei; dieß Schreiben nun ſollte damals nicht abgehen,
und wurde von mir auf die Seite gelegt, kam zufällig auf den Pult unter die andern Papiere und wurde un⸗ ſchuldigerweiſe expedirt. Ihr Vetter hat das Geld geholt, hat es verloren, aber es findet ſich natürlicherweiſe wieder.“
„Und ſie glauben,“ antwortete Emma raſch,„daß es ſich wirklich wieder finden wird?“


