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Ich war damals 16 Jahre alt und begann aus allen Kräften zu wachſen; daß ich auf dieſe Art von Woche zu Woche faſt merklich größer wurde, war mir nun recht lieb, dagegen kümmerte es mich ſehr, daß meine Klei⸗ dungsſtücke mich treuloſerweiſe ſtecken ließen und nicht mit mir in die Höhe und Breite wuchſen. Der Vor⸗ mund hatte erklärt, es ſeien keine Mittel vorhanden mir vor Ablauf eines Jahres irgend etwas an neuer Garde⸗ robe zu verſchaffen und wenn mir die Großmutter nebſt eines eindringlichen Briefes nicht das Geld zu einem Mantel geſchickt, ſo hätte ich ſchon im Spätherbſt bedeu⸗ tend friern mäſſen. Um mein einziges Tuchbeinkleid ei⸗ nigermaßen dem Körper paſſend zu erhalten, wurden durch die dickſten Steege unter den Stiefeln und ein furchtbares Anſchnallen der Hoſenträger das Uebermög⸗ liche gethan, wodurch die Knöpfe ſchon mehreremal ab⸗ riſſen waren, die ich aber Abends immer Zeit fand, wie⸗ der zu befeſtigen. Doch hat Alles in der Welt ſeine Gränzen, auch die Dehnbarkeit eines abgetragenen Bein⸗ kleides und ſo geſchah es mir eines Tages, daß, als ich einige Stücke ſchweren Stoffs an ſeine Stelle haben wollte, ſämmtliche Anhalts⸗Punkte meiner Hoſe mit einem Male unerbittlich ihren Dienſt aufkündigten und mir ſoögar der Stoff des linken Beines in der Gegend des Knie's rund herum abriß. Verzweiflungsvoll eilte ich auf mein Zim⸗ mer und überlegte mit tiefem Schmerz, was nun zu thun


