Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zimmer andere Scenen ſpielten, denen ich öfters in der Dunkelheit zulauſchen konnte, das war für mich ein eigenthümlicher Genuß. 1 Auf dem Tiſch des Herrn Specht lag eine aufge⸗ ſchlagene Bibel und ich ſah an der Ueberſchrift, daß es das hohe Lied Salomonis ſei, worin der Buchhalter ge⸗ leſen. Er rückte mir einen Stuhl an den Ofen und wir ſetzten uns, der Herr Specht war ſo freundlich mir von ſeinem Leben zu erzählen und ich bemerkte dabei, daß er gern in der Erinner g verweilte, die ihm aus den Jahren, wo er bei dem Hauſe Stieglitz und Comp. in Amſterdam conditionirt, in ſeinem Innern aufſtiegen. „Ja, mein Freund,“ ſagte er,„ein großes Geſchäft iſt und bleibt immer ein großes Geſchäft und nur dadurch, daß ich hier die Procura beſitze, alſo eigentlich Mitchef bin, kann mir den Verluſt meiner ſchönen Reiſen einiger⸗ maßen erträglich machen. Auch,“ ſetzte er mit frommem Blick gen Himmel hinzu,„kommt man endlich in die Zeit, wo man ein ſtilles beſchauliches Leben dem ge⸗ räuſchvollen Treiben der Welt vorzieht und ich habe geräuſchvoll und vergnügt gelebt, mein Lieber, ich reiste für das Haus Stieglitz und Comp. in? Indigo, in blauem Indigo und reiste mit zwei Pferden und einem Kukſcher, unſer Haus war berühmt, ich brauchte blos zu ſagen: Mein Name iſt Specht vom Hauſe Stieglitz und Comp., ſo füllte ſich meine Schreibtafel augenblicklich mit Beſtel⸗

„