Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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Sproßer ſprach nur von der unendlichen Güte und Barm⸗ herzigkeit des höchſten Weſens, die im Staube tief an⸗ betend mit zerknirſchtem Gemüth umſomehr verehrend anzuerkennen ſei, als die Verderbtheit des ganzen Men⸗ ſchengeſchlechts eine ſo hohe Stufe erreicht habe.„We⸗ nige, wenige,“ ſagte er,„winden ſich aus der finſteren Schaale der Sünde, die Geiſt und Leib befangen hält, hinaus unter Beten und Trachten ans reine Licht, daß ein Strahl der Gnade auf ſie falle.“—

Bei dieſen Kaffee's wurden nun vom Pfarrer Sproßer und dem Herrn Specht die lieblichſten Reden geführt, und wie es mir ſchien in beſonderer Beziehung auf mich und die Ladenjungfer, in deren Innerem, ſowie in dem meinen der vorhandene Funke der Gnade unter ſünd⸗ hafter Aſche zu erſticken drohte. Der Prinzipal zog ſich gewöhnlich nach der Ankunft des Pfarrers in ſein Zim⸗ mer zurück und oft ſchaute ihm derſelbe mitleidig nach und ſagte ſeufzend:„ein armer Mann.“ Die Prinzipa⸗ lin horchte wohl auf die Reden des Pfarrers und ihres Buchhalters, ſuchte aber das Geſpräch meiſtens ins Praktiſche hinüber zu ſpielen und ſprach von den Verhältniſſen der Gemeinde und von gewiſſen frommen Armen, die reich⸗ ich von ihr unterſtützt wurden.

Nachdem ſich der Pfarrer Sproßer entfernt hatte und die Kaffee⸗Stunde beendigt war, gab mir die Prinzipa⸗

lin zu meinem groͤßten Vergnügen einen Urlaub bis II. 44