24 4 ſamem Blick ſah mich Madame Stieglitz an und ſagte zum Vetter:„Der junge Menſch ſieht nicht übel aus, ich hätte mir ihn aber größer und ſtärker gedacht.“ Sie wandte ſich an mich:„Hat Er Luſt, den Kaufmanns⸗ ſtand zu erlernen?“ fragte ſie barſch und ich antwortete ſchüchtern, daß ich mir alle Mühe geben würde und vor⸗ züglich ſei es die Fabrikation der Seidenſtoffe, welche zu begreifen ich außerordentlich begierig ſei.„Was Fabri⸗ kation?“ antwortete Madame Stieglitz,„daran denkt man vor der Hand noch nicht, wer einen Stoff erzeugen will, muß ihn vorher genau kennen lernen, zuerſt ein paar Jahre die Elle in die Hand genommen, die kleinen Bücher geſchrieben und dann ſieht man, ob Fleiß und Betragen darnach ſind, daß man Ihn auf die Wieg⸗
kammer gebrauchen kann, ich verlange Ehrlichkeit, Pünkt⸗
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lichkeit, offene Augen und Gehorſam, das andere findet ſich alsdann von ſelbſt“—„ja, das findet ſich von 8
ſelbſt,“ wiederholte der Prinzipal.
„Wann wünſchen Sie,“ ſagte der Vetter,„daß der junge Menſch ſeinen Dienſt antrete, vielleicht zu Mitte dieſes Monats und er kann in dieſem Fall die acht
Tage bis dahin in meinem Hauſe zubringen.“
Wie dankte ich dem Vetter für die freundliche Aus⸗
ſicht, die er mir eröffnete, noch acht Tage lang frei und in ſeinem ſchönen Garten ſein zu dürfen, doch warf die Frau
Prinzipalin die Luftſchlöſſer, welche ich in Gedanken ſchnell


