Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

fängt an zu glauben, er ſei erblindet und bittet mit feſter Stimme ihn nach Hauſe zu führen. Doch ſollte es ſo⸗

weit nicht kommen, denn in demſelben Augenblick öffnet ſich die Thüre des Zimmers und ein neuer Gaſt, der eben ankommt, fragt erſtaunt, warum es ſo dunkel ſei. Der Profeſſor, ruhig und beſonnen, wie immer, nimmt von

dem Platze neben ſich ſeinen Hut und ſein ſpaniſches Rohr, ſagt gelaſſen:„meine Herrn, einem Blinden muß man ſchon⸗

zu gut halten, wenn er nicht ſieht, wohin einige wohlange⸗ brachte Schläge, die er auszutheilen für unumgänglich nothwendig findet, eigentlich treffen,“ und nach dieſen Worten erhebt er ſeinen Stock und beginnt tüchtig auf den vor ihm befindlichen Kreis einzuhauen. Anfänglich wollten ſich Einige widerſetzen, doch die Beſonnenſten, die mit dem ganzen Spaß nie einverſtanden waren, ge⸗ bieten flüſternd Ruhe und man läßt den Profeſſor ziehen. Am andern Morgen ſchreibt er ein Billet an die Geſell⸗ ſchaft, worin er ſeinen Austritt anzeigt, und zugleich die⸗ jenigen Herrn, welche er geſtern mit ſeinem Stocke ge⸗ troffen, erſucht, ſich ihm zu nennen, indem er entſchloſſen ſei, ihnen die vollkommenſte Genugthuung zu geben; doch hat ſich keiner derſelben gemeldet und der Profeſſor beſuchte natürlicherweiſe die Geſellſchaft nicht mehr.

So viel von dem früheren Leben des Profeſſors.

In dem netten Gärtchen des Hauſes hatte man einige Er⸗

friſchungen für mich hergerichtet und ich ließ mich behaglich II. 2