Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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lich und öde. Von Natur nichts weniger wie ſchüchtern, hatte das ſtille friedliche Waldleben mein Gemüth ſo zart und verletzbar eingehüllt, daß jede Berührung mit der äußern, kalten und fremden Welt mir wehe that. So kam mein letzter Tag und meine letzte Nacht auf der Mühle, das Geklapper der Räder, das mich ſonſt in Schlaf gewiegt, ließ mich heute kein Auge zu⸗ thun, das Rauſchen des Mühlbachs, das bisher mit ſei⸗ nen einförmigen Tönen glänzende Traumbilder in meinen Schlummer zeichnete, war mir heute Nacht das Toſen des Weltſtroms, der mich vom friedlichen Ufergeſtade hinweg in die wilden Wogen des Lebens fortreißen wollte, und zu mir ſprach:Schwimme, oder geh unter!. 1 Am andern Morgen nahm Alles den herzlichſten Ab⸗ ſchied von mir, der Vetter drückte mir die Hand Und ſagte:wenn Du einmal Urlaub bekommſt, ſo beſuche uns, es wird uns jederzeit freuen, nur mußt Du vorher in Deinem neuen Geſchäft mindeſtens ein ganzes Jahr ausgehalten haben. Die Nichte konnte nicht viel ſprechen und als Sibylle mich zum Abſchied herzlich küßte und als ich fühlte, wie ihre warmen Thränen an meinem Geſicht herabliefen, brach meine Standhaftigkeit, die ich bis jetzt bewahrt und unter den heftigſten Thränen eilte ich, ſo ſchnell ich konnte, das Thal hinauf. Franz und Elsbeth hatten ſich nicht ſehen laſſen, die feſte Natur