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1 Am andern Tage, als ich aus meinem Zimmer her⸗
unnter kam, befand ſich Alles in der Mühle in großer
3 Aufregung. Der Doktor Burbus nämlich war in der
Frühe nicht zu finden geweſen und nach einer Stunde
brachte ein kleiner Bauernburſche einen Brief von ihm,
den er ihm im Walde gegeben an die Müllerin. Dieſer
Brief mußte ganz ſonderbares Zeug enthalten haben;
denn der Vetter war verdrießlicher als je, und Sibylle
kang mit rothgeweinten Augen zu Tiſche. Bis zum
Geſinde herab erſchöpfte man ſich in Vermuthungen, wo
er hin ſei;„ nachdem einige Tage lang die Knechte
und die Mägde, die ihn recht lieb gehabt, ſich in phan⸗
taſiereichen Vermuthungen erſchöpft, ſprach man nicht
mehr von ihm und gedachte ſeiner nimmer. Nur wenn
ich bei Sibylle war, wurde ſein Name genannt, und
daß der Doktor ſo plötzlich fortgegangen war, ſchien dem Mädchen ſehr ſehr wehe zu thun.
Doch das Rad meines Schickſals, das während die⸗ ſes Frühjahrs und Sommers ſanft und angenehm zwi⸗ ſchen Blumen und Wald dahin gerollt war, ſollte plötz⸗ lich einen neuen Aufſchwung nehmen, und die Kraft zu dieſem Aufſchwung kam in Geſtalt eines Briefes meines Onkels und Vormunds, der in C. bei meiner Großmutter geſchrieben und wahrſcheinlich das Reſultat eines neuen
großen Familienrathes war. Er lautete folgendermaßen: .„Mir ſcheint, daß das Schlaraffenleben auf der Muͤhle


