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„bald werden ſie unter das Wehr kommen und zerriſſen und zerſtreut werden.“
„Könnte man ſie nur wieder holen!“ ſagte Sibylle mit einem eigenen Ton in der Stimme.
„Wünſcht Ihr das, Jungfer Sibylle!“ rief der Dok⸗ tor freudig auf.„Eine ſtarke Hand und ein guter Wille kann viel. So wollen wir denn ernſtlich den Verſuch machen die Blumen zu ſchützen und ſie, wenn der gute Gott will, in Eure Hand zu legen.“
Ehe ich ihn zurückhalten konnte, ſchwang er ſich zum Fenſter hinaus, glitt an einem Rebengeländer hinab und eilte feſten Schrittes und ſchwindelfrei auf dem ſchmalen Mühlbachrand dahin. Er erreichte die Blumen wirklich, ehe ſie unter das Wehr kamen, zog ſie triumphirend heraus und kam eilends zurück, um ſie Sibyllen zu rei⸗
chen, die ihre Hände darnach ausſtreckte.
Das ſchöne Mädchen war bleich geworden, wie eine Lilie und nachdem ſie die Blumen erfaßt, eilte ſie zu ihrer Mutter hin und verbarg ihr Geſicht in deren Hände. Ich glaube gewiß, ſie hat ſogar geweint.
Der Doktor kam den Abend nicht mehr zum Vor⸗ ſchein und die Müllerin hatte den andern Morgen mit dem Vetter Chriſtoph eine lange Unterredung, welcher darauf äußerſt üblen Humors zu Tiſche kam. Gegen mich war der Doktor übrigens nicht freundlicher gewor⸗ des, und je mehr er ſich von mir zurückzog, um ſo mehr
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