Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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derten zum Hofe hinaus über die kleine Brücke eines ſchäumenden Bergwaſſers, den Wald hinauf. Langſam gingen wir dem herabſtürzenden Waſſer entgegen und ergötzten uns, ohne ein Wort zu ſprechen, an den kleinen Waſſerfällen, die der Bach in den glatten Kieſeln bildete. Es war recht warm und als oben an einem kleinen Felſen, deſſen Fuß mit weichem Moos bewachſen war, der Doktor den Vorſchlag machte, ein Mittagſchläfchen zu halten, pflichtete ich ihm bei. Wir ſtreckten uns auf dem grünen natürlichen Bette nieder und waren bald im Schlummer.

Nach einer kleinen halben Stunde erwachte ich wie⸗ der, da mir die Sonne, durch die Zweige brechend, in die Augen ſchien. Der Doktor aber, der im Schatten lag, ſchlief ruhig weiter. Vielleicht ein hundert Schritte oder auch weniger neben mir in dem dichten Geſträuch hörte ich lachen und leiſe ſingen. Es war die Stimme Sibyllens und ſie begann das Volkslied:

In einem tiefen Grunde

Da geht ein Mühlenrad, und ſang es erſt mit leiſer ſummender Stimme, wie es ſchien, zuerſt ſchüchtern und verſchämt, der lauſchenden Anne Marie vor; nachher aber wurde der Geſang lauter und klang bei dem letzten Vers recht hell durch den Wald. Man hörte aber dem Herzen, aus dem der Ge⸗ ſang kam, an, daß um ſeinetwillen noch kein Ringlein