Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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Ein weit harmloſeres, aber für mich unintereſſanteres Vergnügen waren die Kirchweihen; deſto mehr aber freu⸗ ten ſich alle übrigen Bewohner der Mühle auf ein der⸗ artiges Tanzvergnügen und ſelbſt Sibylle beſuchte mit ihrer Schweſter Elsbeth die der größeren Dörfer und wo die Geſellſchaft deshalb etwas ausgewählt war.

Man kann ſich denken, daß der Doktor auf dem Tanzboden keinem nachſtand. Er fegte umher, wie er es noch von den Studentenjahren gewöhnt war und ſpielte in jeder Hinſicht die Hauptperſon. Beim Hinfahren ließ er ſich nicht nehmen, die Roſſe zu lenken und er that dies mit beſonderer Geſchicklichkeit.

Dieſe ſonntäglichen Kirchweihtage ſind immer die allergrößten Feſte und beginnen ſchon Vormittags, wenn Herrſchaften und Dienſtboten aus der Kirche kommen. Da wird aus dem Schuppen der größte Leiterwagen ge⸗ zogen, der vorhanden iſt. Es werden Querbretter darauf gelegt, auf welche man mit Stroh ausgeſtopfte Säcke bindet, und alsdann wird der Wagen rings mit grünen Reiſern beſteckt, ſowohl zum Schutz gegen die Sonne, als auch zur angenehmen Verzierung. Wer ſich von den Knechten und Mägden untadelhaft aufgeführt hat, wird von dem Baas— ſo nennen ſie den Herrn— zur Par⸗ thie eingeladen und gegen eilf Uhr geht es fort, was die

Pfferde laufen können. Gewöhnlich liegen die Dörfer ein bis zwei Stunden auseinander, und jeder von den