Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Subjekt. Ich horchte hoch auf, und ſelbſt meine

13

nach einem Anerbieten der Art zu ſuchen. Es fanden ſich auch mehrere, doch führten ſie alle eine Bedingung mit ſich, die ſich mit meinen Verhältniſſen nicht vertrug. So hieß es:der Lehrling erhält Koſt und Wohnung bei ſeinem Prinzipal, wofür eine angemeſſene Vergütung

bezahlt wird. Ein andermal war mit andern Worten

daſſelbe geſagt: man forderte vom eintretenden jungen Menſchen jährlich ein gewiſſes Lehrgeld, wofür er Koſt und Logis erhalten ſollte.

Der Familienrath ſuchte lange vergeblich, um etwas zu finden, das ohne dergleichen unangenehme Bedin⸗

gungen wäre; aber vergeblich, und ſo wurde einſtimmig

der Beſchluß gefaßt, eine Anzeige in die Zeitung zu ent⸗ werfen, in der ich dem chriſtlichen Mitleiden empfohlen und als Lehrling angetragen würde. Meine Großmutter nahm zu dieſem Zweck einen Bogen Papier vor ſich, ſpitzte die Feder und fing an zu ſchreiben, während ihr die Schmiedin über die Achſel ſah, wobei ſie ihr Schnupf⸗ tuch bereit hielt; ihr ahnendes Herz ſagte ihr, daß ſie bald wieder in den Fall kommen würde, einige bittere Thränen über mein Wohl zu vergießen. Wirklich

hatte auch die Großmutter kaum ein paar Worte ge

ſchrieben, ſo begann die Schmiedin ihr Geſicht zu ver⸗

ziehen, ſchüttelte den Kopf und ſagte, die Augen voll

Waſſer:aber Frau Paſtorin, das Kind iſt ja kein