von jeher in den Tod zuwider und zwar wegen eines
eigenen Vorfalls. Ich hatte einſt mit dem Sohn eines Bankiers innige Freundſchaft geſchloſſen, war aber von ihm einem andern Jungen meines Alters, der einen beſ⸗ ſern Rock trug, überhaupt reicher und vornehmer war als ich, aufgeopfert worden.— Meine Großmutter, der ich dies traurige Ereigniß damals erzählte, entgegnete mir darauf in ihrer Weiſe:„wer viel Geld im Beutel hat, deſſen Herz iſt kalt und matt.“ Ich merkte mir das Sprüchwort und nahm mir vor, nie ein Bankier zu werden und viel Geld zu bekommen, daͤmit mein Herz nicht matt und kalt werde.
So war denn nach Beleuchtung dieſer verſchiedenen Handelsarten noch eine einzige übrig, für welche ſich meine Verwandten einſtimmig erklärten, hauptſächlich weil die Erlernung derſelben am wenigſtens koſtete. Es war dies das Handelsgeſchäft in ſeinen kleinſten Anfän⸗ gen, der Spezereiladen. Ich ließ mir den Vorſchlag ge⸗ fallen, und der ganze Familienrath freute ſich darüber, mit Ausnahme der Schmiedin, deren Thränen während der ganzen Verhandlung ſachte herabgeträufelt waren und jetzt wieder mit erneuerter Gewalt floſſen.
„Ach,“ jammerte die Schmiedin,„jetzt ſoll das Kind
ein Krämer werden und nicht ein Pfarrer, wie der ſelige
Herr gewollt hat! Ach, Frau Paſtorin,“ wandte ſie ſich an meine Gyyßmutter,„ich habe während ſeiner ganzen


