Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*

Beruf, ſich zum Himmel heran zu bilden, auch noch die Pflicht habe, ſich einem ppeziellen Beruf zu ergeben, auf daß er ſein tägliches Brod verdiene.Die Wahl eines Berufs hat dir Gott der Herr nicht ſchwer gemacht, fuhr ſie fort;denn aus Mangel an einer gewiſſen Ma⸗ terie, die man Geld nennt, iſt dir nur der Handelsſtand geblieben, unter deſſen verſchiedenen Zweigen du aber wählen kannſt, welcher am meiſten nach deinem Geſchmack iſt.Ja, nahm meine älteſte Tante das Wort,

idu kannſt dich in dem Punkt entſcheiden, wofür du den

meiſten Beruf haſt. Ich ſollte mich entſcheiden, wozu ich den meiſten Be⸗

ruf habe, und ich fühlte doch gar nichts von dergleichen

in mir. Wenn ich einen Maler ſah, ſo ſpürte ich in mir den Künſtler und glaubte, es müßte mir gar nicht ſchwer werden, in dieſem Fache Glänzendes zu leiſten. Sah ich dagegen einen Studenten mit kurzem Sammt⸗ rock, weißer Mütze und langen, buntfarbigen Troddeln an der Pfeife, ſo war ich überzeugt, daß ich alles das

mit eben dem Anſtand führen würde, alſo einſtens einen

trefflichen Studenten abgeben könnte. Eben ſo erging es mir, wenn ich in den öffentlichen Gerichtsſälen die Advokaten plaidiren hörte, oder wenn ich Sonntags auf der Wachparade die Offtziere geſchniegelt und gebügelt einherſpazieren ſah. Und glücklicherweiſe hatte auch der Handelsſtand einen Platz in dieſem Ideenkreiſe. Das

9