Teil eines Werkes 
4. Bd. (1874)
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raſſiere, die genug zu thun haben, um das herandrängende Volk mit anbefohlener Milde und Sanftmuth in Ord⸗ nung zu halten.

Jetzt entſteht vermehrte Bewegung, hervorgebracht durch den Lichterglanz, mit dem ſich nun das weite Schloßportal erfüllt, ſowie durch das Leuchten weißer und farbiger Gewänder die Herrſchaften ſteigen ein, die Rundfahrt durch die Stadt beginnt unter dem Jubelruf der Menge, unter dem verſtärkten Geläute aller Glocken, unter rauſchender Muſik; voraus Küraſſiere, dann könig⸗ liche Stallmeiſter und Bereiter, gefolgt von einer Equi⸗ page mit dem Oberſthofmeiſter Baron Tönning, auf deſſen Zügen das liebenswürdigſte Lächeln liegt, deſſen Augenbrauen auch nicht das mindeſte Erſtaunen zeigen, denn der Jubel der Menge iſt ja ſo natürlich bei dieſer erfreulichen feſtlichen Gelegenheit, das erſte ſo gut in Szene geſetzte Erſcheinen der künftigen Kronprinzeſſin. Dann folgt ein prachtvoller Sechſer⸗Schimmelzug mit goldbelegten Geſchirren und reich vergoldetem offenen Wagen. Entfernter Stehende flüſtern einander zu:Der König und die Königin, doch hört man gleich darauf den brauſen⸗ den Ruf:Der Kronprinz und die hohe Braut hoch hoch abermals hoch!

So ziehen die Glücklichen dahin, umdrängt und um⸗ jubelt von der Menge, die Alles mit ſich fortreißt, was