Teil eines Werkes 
4. Bd. (1874)
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wohl die Hoffnung haben darf, daß die vielen ſchätzens⸗ werthen Eigenſchaften Ihres verſtorbenen Vetters erblich auf Sie übergegangen ſind. Vor Allem Ihre oft be⸗ wieſene Freimüthigkeit, die Sache bei dem rechten Namen zu nennen, ſowie eine andere, noch ſchönere Eigenſchaft, den Leuten ohne Anſehen der Perſon Wahrheiten zu ſagen.. Roſenthal verbeugte ſich lächelnd, indem er ſagte: Zu dieſem Amt, Majeſtät, ſollte man eine längſt unter⸗ gegangene Charge wieder in's Leben rufen, die des Hof⸗ narren nämlich!

Ei, das waren wichtige Perſonen, mein Lieber, die, wenn ſie das Herz auf dem rechten Flecke hatten und Geiſt genug, den Fürſten nicht allein zur Kurzweil dienten, ſondern ihnen den Spiegel der Wahrheit vorhielten und ſie mit der Pritſche des Spottes geißelten, ah, ſolche Leute wären noch heutzutage unbezahlbar!

Ein Amt, das mir unter anderer Benennung zu⸗ ſagen könnte.

Und meinen, ſowie des Landes Dank verdienen, wenn Sie es ſtreng verwalten wollten. Nehmen Sie einen jungen Fürſten an, fuhr der König fort, indem er an das Fenſter trat und auf die weite Ebene hinaus⸗ blickteeinen Fürſten voll Herzensgüte, verſtändig, wohlwollend, geiſtreich, und glauben Sie mir, daß aus