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„Ellen— Ellen,“ rief das junge Mädchen, indem ſie ſich ſchluchzend in die Arme ihrer Freundin warf— „rette mich vor ihm!“
Graf Leo trat tieferſchüttert näher und ſagte mit be⸗ wegter Stimme:„Und warum dieſer grenzenloſe Haß, warum mir etwas mit ſo unbeugſamer Strenge nach⸗ tragen, was man ſonſt verzeihen, vergeſſen würde; warum nicht wenigſtens der Verſicherung meiner unbegrenzten Hochachtung glauben, ja einer Hochachtung und Ver⸗ ehrung, die ich niemals tiefer empfand als damals, wo mich ein unglücklicher Zufall zwang, ſo vor Sie hinzutreten — warum denn keine Verzeihung, Gräfin Hildegard?“
„———— Weil ſchon damals,“ ſprach Ellen in einem leiſen, vor tiefer Bewegung zitternden Tone,„als Sie Hildegard vielleicht unabſichtlich ſo tief verletzten, ein Gefühl für Sie in ihrem Herzen lebte!“
„Kein Wort weiter, Ellen!“ rief das junge Mädchen, ſich haſtig aufrichtend.
„Ja, Herr Graf, ein Gefühl, welches ihr jede Krän⸗ kung, jede Beleidigung doppelt, zehnfach, hundertfach ſchmerzlich erſcheinen ließ.“
„A— a— a— ch, wenn dem ſo wäre!“ rief Leo mit leuchtenden Augen.
„Schweige, Verrätherin— Du brichſt unſere Freund⸗
ſchaft!“


