Teil eines Werkes 
4. Bd. (1874)
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auf einmal geworden war; ſie mochte das wohl ſelbſt fühlen, denn ſie beugte ſich raſch auf das Kaminfeuer und ſtieß mit der Zange in die brennenden Holzſtücke, während ſich die Thüre abermals öffnete und der Flügel⸗ adjutant Seiner Majeſtät eintrat.

Auch Ellen fühlte ſich nicht frei von einer tiefen Be⸗ wegung, als ſie den Mann wieder vor ſich ſah, welcher Zeuge geweſen war jener für ſie ſo ſchmerzlichen, ja furcht⸗ bar verletzenden Unterredung. Doch hatte ſich Graf Wieneck geſtern in den wenigen Worten, die er mit ihr geſprochen, ſo taktvoll benommen, daß ſie ſich raſch wie⸗ der faßte und um ſo mehr im Stande war, über das Seltſame im Benehmen Hildegard's nachzudenken es beſtand etwas Räthſelhaftes zwiſchen dieſen beiden jungen Leuten, und wenn ſie daran dachte, was ihr Hildegard vor einigen Tagen mitgetheilt, ſo fürchtete ſie beinahe, eine Löſung dieſes Räthſels mit anhören zu ſollen.

Graf Leo ſchien unangenehm überraſcht, die junge Gräfin nicht allein zu finden, doch war er viel zu ſehr ein Mann von Welt, als dieß durch mehr als einen raſch wieder verſchwindenden Schatten zu zeigen, der über ſeine Züge flog. Er ſetzte ſich nach einer Handbewegung Hilde⸗ gard's neben den Kamin, der jungen Gräfin gegenüber, welche ſich ebenfalls auf einen kleinen Fauteuil nieder⸗

gelaſſen hatte, während Ellen ſtehen blieb, feſt entſchloſſen,