dabei geſtehen, daß ich liebe— aus vollem, vollem Herzen liebe?“
„Gewiß will ich das,“ ſagte Hildegard, und ſetzte dann aufhorchend raſch hinzu:„Aber dafür ſollſt auch Du mir einen Dienſt leiſten!“
„Aehnlicher Art?“
„O nein,“ rief Hildegard in ſchmerzlichem Tone, und ſetzte dann ruhiger hinzu:„Ich erwarte Beſuch, viel⸗ leicht in der nächſten Minute!“
„So will ich mich entfernen!“
„Im Gegentheil, ich will, daß Du bleibſt, nicht nur bis der Beſuch eintritt, ſondern bis er ſich wieder ent⸗ fernt, verſprich mir das!“
„Selbſt auf die Gefahr hin, indiskret zu erſcheinen?“
„Selbſt darauf hin— nicht wahr, Du bleibſt, und bemühſt Dich, Theil an unſerer Unterredung zu nehmen?“
In dieſem Augenblicke erſchien einer der Lakaien nach vorausgegangenem leiſen Anklopfen, und meldete den Herrn Grafen Leo Wieneck, welcher der gnädigen Gräfin ſeine Aufwartung machen wolle.
„Er wird mir willkommen ſein,“ erwiederte dieſe nach einem tiefen Athemzuge und mit einer ſo ſeltſam klingenden Stimme, daß Ellen überraſcht auf ihre Freun⸗ din blickte und nun mit Erſtaunen ſah, wie bleich dieſelbe


