Schein auf Dich und mich werfen, und ich haſſe alles Zweideutige, wie Du aus Erfahrung weißt, ich bin der Mann der Aüufrichtigkeit, des geraden Weges.“
Auf dem Geſichte des Doktors ſpielte ein kurzes, eigenthümliches Lächeln, ehe er, einem auffordernden Blick des Kranken Folge leiſtend, ſagte:„Geben Sie nach, gnädiges Fräulein, ich halte es ebenfalls für beſſer, daß Sie die Bekanntſchaft des alten Grafen Ferrner
machen.“ „Meine Schweſter!“— rief Herr von Roſenthal in barſchem Tone,—„ob ſich das wohl ſchicken wird?“
„Ja allerdings, als Schweſter des Herrn von Roſen⸗ thal,“ pflichtete Doktor Flinder bei.
Ellen konnte ſich nicht enthalten, den Arzt mit einem traurigen, kummervollen Blicke anzuſchauen, doch ſtrahlte deſſen Auge vor Vergnügen, und ſein Nicken mit dem Kopfe, welches für Herrn von Roſenthal nur eine weitere Beiſtimmung war, ſchien für das arme Mädchen etwas Anderes zu bedeuten, und ließ ein kurzes, nicht unfreund⸗ liches Lächeln auf ihrem Geſichte erſcheinen.
In dieſem Augenblicke hörte man auch das Geräuſch galoppirender Pferde auf der Straße, und Herr von Roſenthal ſagte:„Wenn mich mein Ohr nicht trügt, ſind es mehrere Pferde.“
„Graf Ferrner wird wie gewöhnlich von ſeinem Reit⸗


