Teil eines Werkes 
4. Bd. (1874)
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vorkam, daß er der armen Ellen ſeine Ungeduld und auch wohl ſeine Langeweile auf alle mögliche Weiſe entgelten ließ; hatte er doch das unglückliche Mädchen wieder feſt in ſeiner Hand, ſo glaubte er wenigſtens, und war er doch zu leichtſinnig und nicht edel genug, um einſehen zu können, welch' ungeheures Opfer ſie gebracht.

Sie ſchien wieder vollkommen für ihn geſichert zu ſein, was ihm in dieſem Augenblicke weniger für ihre Perſon von Wichtigkeit erſchien, als weil ſie im Beſitze jener koſtbaren Papiere war, an welche Herr von Roſen⸗ thal nie anders als mit einem behaglichen Lächeln dachte. Daß Ellen ihm ein Dokument über dieſen Beſitz bis jetzt noch nicht vorgezeigt, machte ihm durchaus keine Sorge, hatte ſie ihn doch mit großer Ruhe darüber ge⸗ ſprochen, hatte ſie ihm doch mehr Geld überbracht, als er für den Augenblick brauchte, und war er doch in Allem, was Geſchäftsangelegenheiten betraf, ſo gleichgültig, be⸗ quem und nachläſſig, daß er die Abwicklung eines Ge⸗ ſchäftes ſtets ſo lange als möglich von ſich ablehnte. Es gibt dergleichen Naturen, die, ſonſt in hohem Grade vor⸗ ſichtig und mißtrauiſch, ſich mit einem Worte zufrieden⸗ ſtellen laſſen, und lieber im Ungewiſſen über ihre Lage bleiben, als durch eine genaue Unterſuchung eine Täuſchung zu erfahren, oder ſich vielleicht eine unangenehme Stunde zu machen.