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Kammerdieners dieſer peinlichen Szene um ſo mehr ein Ende, als er in Begleitung der Haushälterin des Arztes erſchien, welche ihm half, auf einem Tiſche neben dem flackernden Kamminfeuer den Thee zu ſerviren, zu welchem er alsdann, leiſe nach dem Alkoven ſchleichend, die gnädige Frau einlud, die gewiß nach der langen Fahrt und bei der feuchten Kälte draußen einer Erquickung ſehr bedürftig ſei. Ellen ließ ſich ſchweigend neben dem Feuer nieder, und da ihr Ambroſio in freundlicher Geſchäftigkeit eine Taſſe des duftenden Getränkes einſchenkte und darreichte, ſo nahm ſie es an und benetzte leicht die Lippen damit.
„Wenn Sie, wie ich wohl glaube, ſehr müde ſind, gnädige Frau,“ flüſterte er alsdann,„ſo kann ich Sie auf Ihr Zimmer führen, welches hergerichtet und gut erwärmt iſt.“
„Ich dank' Ihnen für Ihre Sorgfalt,“ antwortete ſie mit weicher Stimme, denn die Güte des alten Mannes that ihr wohl,„doch glaube ich, es iſt beſſer, wenn ich hier unten den Herrn Doktor erwarte, der wohl nicht lange mehr ausbleiben wird— fragen Sie Ihren Herrn, was er davon denkt.“
„Ich glaube, daß Du Recht haſt,“ hörte man Roſen⸗ thal's Stimme aus dem Alkoven her,„und ich werde mir ein Vergnügen daraus machen, meine Schweſter ſelbſt dem Herrn Doktor in beſter Form vorzuſtellen.“


