Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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Pommerhauſen geleſen, daß Hildegard um ihre Entlaſſung gebeten, daß man ſie ihr in Gnaden gewährt!

Ja, gewährt, unter Belaſſung eines häßlichen Schattens, auf ihrem ſchönen Namen, aber ich werde es licht werden laſſen in dieſer Sache fürchterlich licht, und darin werden und müſſen Sie mir Recht geben, Mama, alſo morgen kommt Hildegard gut; wenn ſie es auch liebt, ſchweigſam zu ſein und ihrem eigenen Willen zu folgen, ſo bin ich doch überzeugt, daß ſie in dieſem Falle reden wird ja reden, und mir dadurch Veranlaſſung geben, mich recht genau und gründlich mit dieſer Angelegenheit zu beſchäftigen.

Das wirſt Du nach Deinem Ermeſſen thun, Willi⸗ bald; aber folge meinem Rathe und empfange Hildegard in einer freundlichen, herzlichen Art wie ſie es verdient!

Graf Ferrner, der, nachdem er das Gemach mit großen Schritten durchmeſſen, jetzt wieder an dem Fenſter ſtand und ſeine Blicke auf die graue Dunſtmaſſe am Horizont heftete, hinter welcher ſich die Thürme der Stadt verbargen, machte jetzt eine unmuthige Bewegung, die er aber gleich darauf durch die Worte erläuterte:Aber, Mama, wie können Sie nur denken, daß ich meine Hildegard unfreundlich empfangen würde? im Gegen⸗ theil, ich werde mich bezwingen, ich will ſie nicht einmal nöthigen, über dieſe Angelegenheit zu reden, wenn ſie das

Hackländer, Geſchichten im Zickzack. III. 15