gehandelt gegen die Königin.— Was iſt vorgefallen, Mama?— ich muß das wiſſen!“
„Die Königin hat geglaubt,“ fuhr die alte Dame fort, indem ſie ſich noch aufrechter in ihrem Seſſel ſetzte, als ſie zu thun pflegte, und wobei der harte Zug um ihren Mund noch ſchärfer hervortrat,„allerdings meiner Enkelin in ſchonender Weiſe einen Vorwurf machen zu müſſen, worauf Hildegard ohne Weiteres um ihre Entlaſſung gebeten.“
„Wenn dieſer Vorwurf eine Ungerechtigkeit war, ſo hat Hildegard vollkommen richtig gehandelt; dürft' ich vielleicht erfahren, Mama, worin dieſer Vorwurf beſtand, und was meine Tochter darauf geantwortet?“
„Es iſt am beſten, Du liest das ſelber, Willibald,“ antwortete die Gräfin nach einer Pauſe, während welcher ſie den betreffenden Brief ihrem Sohne darreichte;„aber ich bitte Dich, das ruhig und ohne Leidenſchaft zu leſen, und dabei ſo freundlich zu ſein und auf mich ein wenig Rückſicht zu nehmen.“
„Von wem iſt dieſes Schreiben?“
„Von der Gräfin Pommerhauſen!“
„Ah ſo,“ entgegnete Graf Willibald, indem er mit einer etwas verächtlichen Miene die Achſeln zuckte.
„Ich erhielt dieſen Brief geſtern Abend, ich las ihn ſogleich, und ſein Inhalt hat mich die ganze lange Nacht hindurch beſchäftigt— deßhalb Willibald—“
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