Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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Schnupftuche berührt, und wobei man in iihren Zügen ſah, daß ſie mit einiger Anſtrengung ſprach:Hildegard wird in den nächſten Tagen hieher kommen.

Das iſt mir lieb, und aus welcher Veranlaſſung kommt ſie?

Es iſt keine erfreuliche Veranlaſſung, Willibald, ſprach die Gräfin haſtig und in einem rauhen Tone, wie man ihn wohl anzunehmen pflegt, wenn man ſich Mühe geben muß, etwas Unangenehmes zu ſagen.

Graf Willibald fuhr gegen ſeine Mutter herum und ſchaute ſie fragend an, wobei ſich ſeine buſchigen Brauen noch tiefer auf die lebhaft blickenden Augen herabſenkten.

Ich hätte es Dir gern verſchwiegen oder Geſchehenes ungeſchehen gemacht, was möglich geweſen, wenn ich nicht hier auf ſo traurige Art an meinen Seſſel gefeſſelt w wäre.

Was iſt's denn mit Hildegard?

Jedenfalls ein Mißverſtändniß, das ſich gewiß als⸗ bald aufgeklärt, wenn Hildegard einen weniger harten, ja ſchroffen Charakter hätte!

Ein Mißverſtändniß? und zwiſchen wem, Mama?

Nun, zwiſchen Ihrer Majeſtät der Königin und Deiner Tochter.

Bei Gott, ich will nicht hoffen, daß man es an Rückſichten fehlen ließ gegen die Gräfin Hildegard Ferrner, von welcher ich überzeugt bin, daß ſie ſtets voll Rückſicht