Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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Nein, darüber ſchreibt ſie nichts, auch nicht einmal über die Feſtlichkeiten!

Ein eigenthümlicher Charakter, das Mädchen, ſie hat viel von der übergroßen Beſcheidenheit ihrer ſeligen Mutter, und dabei Ihren feſten Willen geerbt, liebe Mama!

Das wäre keine ſchlechte Miſchung!

O nein, o nein, ſagte Graf Ferrner kopfſchüttelnd und ſetzte hinzu, indem er langſam mit der Hand über ſeine Stirn und dann durch ſeine Haare fuhr,ich wollte, Georg hätte auch eine Portion von dieſer Miſchung, überhaupt, ich wollte, er hätte nur eine Spur von dem feſten und ernſten Charakter ſeiner Schweſter der Bub' iſt ganz aus der Art geſchlagen. Was hat es mich genützt, daß ich ihn von dem Garderegiment hinweg in eine kleine Garniſon verſetzen ließ? Dort ſchwang er ſich zum Erſten empor im Schuldenmachen und allen mög⸗ lichen Ausſchweifungen; mein Geſchäftsmann, den ich hinſandte, ſchreibt mir von zwanzigtauſend Thalern, die nothwendig wären, ſich mit ſeinen Gläubigern zu arrangiren, und von vierzigtauſend, die er gebrauchte, um dieſe Gläubiger vollkommen zu befriedigen, natürlicher Weiſe gab ich ihm freie Hand für vierzigtauſend.

Und thateſt ganz recht daran, Willibald; über Deinen Sohn, Deinen einzigen Sohn, über den Grafen