Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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denke, nicht mehr ſo ſehr gegen dieſe Stellung einge⸗ nommen, ja es geſchieht mir zuweilen, daß ich Ihnen ſchließlich dennoch Recht geben muß, Mama, und daß ich, indem ich mir von Ihnen die Erlaubniß abnöthigen ließ, meine einzige und innig geliebte Tochter in den Hofdienſt treten zu laſſen, eine genügende Konzeſſion machte für mein vielleicht allzu ſchroffes Benehmen.

O, wenn Du dieſen Gedanken früher gehabt hätteſt!

Warum früher? glauben Sie nicht, Mama, daß ich, ſelbſt wenn ich jene Konzeſſion aus freien Stücken gemacht hätte, deßhalb geſonnen wäre, meine heutige Stellung dem Hofe gegenüber zu ändern, ich kann ein Unrecht, was mir geſchehen, nicht ſo leicht vergeſſen, und wenn man mich angreift, ſo muß ich entweder meiner Deviſe folgen und beißen, oder mich großmüthig zurück⸗ ziehen, nachdem ich hinlänglich meine Zähne gezeigt doch laſſen wir das jetzt, was ſchreibt Ihnen Hildegard? Gewiß viel Neues über die bevorſtehenden Feſtlichkeiten. Hat ſie vielleicht endlich einmal einen Wunſch in Betreff von Toilette⸗ und Schmuckgegenſtänden? Mama, Sie müſſen ſich nicht wundern, daß ich daran denke, denn ſie kommt nie, um etwas zu verlangen, und es ſollte mich überraſchen, wenn ſie es dießmal thäte wie, Mama, ſchreibt ſie nichts darüber?