Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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Wohl ein bischen Abenteurer, wandte ſich die alte Dame fragend an den Arzt, der hierauf zur Ant⸗ wort gab:

Ich lernte Herrn von Roſenthal ſchon im vergange⸗ nen Sommer kennen, wo er ein paar Wochen bei mir zubrachte; Sie waren damals abweſend.

Und fanden bei unſerer Zurückkunft ſeine Karten,

ſagte die Gräfin;es würde mich damals intereſſirt ha⸗ ben, ihn zu ſehen. Auch habe ich ſchon daran gedacht, warf ihr Sohn leicht hin, ihm jetzt einen Gegenbeſuch zu machen, er ſoll, wie ich höre, da drunten ziemlich ſtark und ſehr plötzlich in Ungnade gefallen ſein.

Das ſcheint aus ſeinen Reden nicht hervorzugehen, denn er ſagte mir heute Morgen noch, er erwarte irgend Jemand, der ſich im Auftrage Seiner Majeſtät des Kö⸗ nigs nach ſeinem Befinden erkundigen würde.

Das iſt leicht möglich, gab der Graf mit einem kurzen Lächeln zur Antwort,man kann in Ungnade ge⸗ fallen ſein und ſich doch, wenn auch ſehr im Geheimen, der Gnade Seiner Majeſtät erfreuen würden Sie mir erlauben, Ihren Gaſt zu beſuchen?

In ein paar Tagen gewiß, Herr Graf, ich habe

nie eine merkwürdigere und zähere Natur beobachtet, als die des Herrn von Roſenthal; ein Anderer mit ſeiner Wunde

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