Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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Die Gräfin nickte mit dem Kopfe, ehe ſie ſagte:Es trifft ſich das recht ſonderbar, daß ein Mann, von dem man oft reden gehört, auf ſo eigenthümliche Art durch den Zufall in unſere Nähe gebracht wird.

Raſche und feſte Schritte, die trotz des dicken Teppichs hörbar waren, näherten ſich jetzt und veranlaßten den Arzt, nachdem er in die Höhe geſchaut, ſich von ſeinem Stuhle zu erheben. Doch fühlte er ſich gleich darauf von einer Hand, die ſich ſchwer auf ſeine Schulter legte, ver⸗ anlaßt, ſeinen Sitz wieder einzunehmen, und vernahm die tiefe, etwas barſch klingende Stimme des Hausherrn, der ihm ſagte:Sitzen bleiben, Herr Doktor, denn wenn Sie einmal aufſtehen und den Hut in die Hand nehmen, ſo flattern Sie auch in der nächſten Minute davon.

Sehen Sie wohl, meinte die Gräfin, indem ſie ihrem Sohne die Hand reichte,daß man mit Ihnen unzufrieden iſt, weil Sie ſo ſeltene und kurze Beſuche machen der Doktor erzählte mir ſoeben von ſeinem neuen Gaſte.

Ah, von Roſenthal!

Nicht wahr, Du kennſt ihn, Willibald?

Er wurde bei Hof vorgeſtellt, kurz vorher, ehe ich die Stadt verließ ein intereſſanter Kopf, jedenfalls ein geſcheidter Menſch, nach dem was man von ihm ge⸗

hört.