Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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wegs zu ſein, und ſchließlich bemühen Sie mich ſo wenig,

daß ich es in der That als eine Vergünſtigung anſehe, wenn ich einmal außer meiner gewöhnlichen Zeit kommen darf.

Sie ſind freundlich wie immer betrachten Sie mich einmal genau, ſeh' ich nicht recht abgeſpannt und müde aus?

Da nun der Doktor auf dieſe Frage hin aufmerkſam in das Geſicht der alten Dame ſchaute, auch ſanft ihre Hand nahm, um nach dem Pulsſchlag zu fühlen, ſo können wir uns wohl erlauben, das Erſtere anbelangend, ein Gleiches zu thun, um dem geneigten Leſer im Intereſſe unſerer Geſchichten zu ſagen, daß die Gräfin eine Dame hoch in den Sechzigen war, daß man auf ihrem feinen, bleichen Geſichte immer noch Spuren einer ehemaligen Schönheit entdeckte, von welcher Schönheit die großen, klaren Augen noch ziemlich unverändert übrig geblieben waren; auch ihren Kopf trug ſie wie ehedem aufrecht und ſtolz, und dieß, ſowie die ſehr gerade Haltung ihres Oberkörpers, ſtimmten zu einem etwas ſcharfen und harten Zug um die dünnen Lippen ihres gewöhnlich feſt ver⸗ ſchloſſenen Mundes. Erſtaunen mußte übrigens Jeder, welcher mit dem langjährigen und ſchmerzlichen Leiden der Gräfin bekannt war, und trotzdem dieſe ſtolze und aufrechte Haltung ſah, mit einem Leiden, welches ihr