Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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furchtsvollen Gruße abzunehmen, denn er bemerkte eine Dame, die, ihn mit ſtummer Verbeugung grüßend, wohl den Anſchein hatte, als ſei ſie es gewohnt, daß man ſie achtungsvoll begrüße; ja, Doktor Flinder war offenbar erſtaunt über das eben ſo edle, als ſchöne Geſicht der Fremden, und wandte ſich mit einem fragenden Blick an den Kammerdiener, ihn ſo auffordernd, die bis jetzt ein⸗ ſeitige Vorſtellung zu vollenden.

Fand es der Kammerdiener hierzu für nöthig, im Einverſtändniß mit der Dame zu handeln, oder wartete er darauf, ſie ſelbſt würde ihren Namen nennen, genug, er zögerte ein paar Sekunden und ſagte dann erſt mit leiſer Stimme:„Es iſt die Schweſter meines kranken Herrn, welche gekommen iſt, um Herrn von Roſenthal zu pflegen, wenn Sie, Herr Doktor, nichts dagegen einzu⸗ wenden haben.“

Die Dame beſtätigte dieſe Worte durch eine leichte Neigung ihres ſchönen Hauptes, wobei ſie mit einer weichen, angenehm klingenden Stimme ſagte:„Erlauben Sie mir zu gleicher Zeit, Herr Doktor, Ihnen ſowohl für die

freundliche Aufnahme zu danken, die Sie— dem Kranken zu Theil werden ließen, ſowie auch für Ihre vortreffliche Behandlung, von der mir Ambroſius nicht genug erzäh⸗ len konnte.“

„Beides meine Schuldigkeit, Fräulein von Roſenthal,