Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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aber, dieſer Brief ſei vor dem Duell geſchrieben, und eine der gewöhnlichen Geſchichten Roſenthal's.“

„Im Vertrauen geſagt,“ ſprach die Königin,„mir erſchien es auch nicht anders, doch erlaubte es dem Könige, die ganze Sache zu ignoriren.“

„Doch nun zu etwas Anderem, und hoffentlich Freund⸗ licherem,“ fuhr Ihre Majeſtät mit einem wohlwollenden Blick auf ihre junge, ſchöne Hofdame fort—„durch Nacht zum Licht— es betrifft Sie, meine liebe Ferrner, iſt eine recht zarte Angelegenheit, die aber eben ſo raſch als vertraulich angefaßt ſein will.“

„Majeſtät,“ flüſterte das junge Mädchen hoch er⸗ röthend. „Ob es raſch gehen wird,“ fuhr die Königin heiter lächelnd fort,„ſteht ganz bei Ihnen, mein liebes Kind, und was die Vertraulichkeit anbelangt, ſo werden Sie mit den Zeugen, die hier ſind, zufrieden ſein— Watters,“ wandte ſie ſich an ihre Kammerfrau,„ſieh' zu, was die Abendpoſt für mich gebracht hat, ſortire es wie gewöhn⸗ lich und halte es in meinem Kabinette für mich bereit!“

Die Gräfin Ferrner war durch die Worte der Kö⸗ nigin in eine ziemliche Aufregung gerathen, was man deutlich an dem gewaltſamen Schwellen ihres Buſens ſah, doch bezwang ſie ſich eben ſo raſch wieder, und nachdem Frau von Watters das Schreibzimmer verlaſſen

Hackländer, Geſchichten im Zickzack. III. 5