Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
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Dich vielleicht lieben, wenn ich nicht bereits einen Andern liebte— es wäre ihm minder ſchmerzlich geweſen, als das, was er heute erfahren— ja, wenn ſie ſeine leiden⸗ ſchaftliche Erklärung lachend angehört hätte und ihm darauf erwiedert: Thörichter Menſch, der Sie ſind, wie ſollte ich nicht ſchon lange gewußt haben, daß Sie mich lieben, ein ſolches Geſtändniß iſt mir ja nichts Neues, auch verzeihe ich es Ihrem Künſtlerherzen, doch unter der Bedingung, daß wir nicht weiter darüber reden, ſei es durch ein Wort, ja, ſei es nur durch einen Blick —— ach, wenn ſie ſo zu ihm geſprochen hätte, er hätte ſich minder unglücklich gefühlt, als er ſich jetzt fühlte, trotz der Erinnerung, daß ſie an ſeiner Bruſt geruht, daß ſie ihm mit einem leuchtenden, ſeligen Blick geſagt: ich liebe Dich.

Und doch zog es ihn mächtig zu ihr, und doch ver⸗ weilten ſeine glühenden Gedanken in ihrer entzückend lieblichen Nähe, als er nun am Fenſter ſtehend ſeine glühende Stirn gegen die kalten Scheiben drückte, in die finſtere Nacht hinausſtarrend, und doch machte er Pläne für den andern Morgen, für ſein zukünftiges Leben, für ein Leben an ihrer Seite, für ein Leben mit ihr— trotz alledem und alledem. Aber es trieb ihn dabei ruhelos in ſeinem Zimmer umher, und Alles, was er that, geſchah mit einer fieberhaften Haſt, und Manches that er wie