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müſſe.— Hatte er in der That am heutigen Abend mehrere Stunden bei ihr zugebracht, hatte ſie ihm wirk⸗ lich geſagt, daß ſie ihn liebe, und war es in der That ihre eigene, fürchterliche Geſchichte, die ſie ihm erzählt, oder war er vielleicht im Eiſenbahnwagen eingeſchlafen und hatte einen böſen Traum geträumt,— ja, einen recht böſen Traum—— ach, wenn es nur ein Traum geweſen wäre! Aber er ſchritt wachend durch die nächt⸗ lich ſtillen Straßen und erreichte ſo wach als möglich das Haus, in welchem er wohnte, die Thüre ſeines Ate⸗ liers, welche er langſam öffnete— ach, wenn es nur ein Traum geweſen wäre, ein Traum, wie er ihn hier in dieſen Räumen wachend bei vollem Bewußtſein ſo oft geträumt, in ſolchen Stunden, nachdem ſie mit aller An⸗ muth, mit all' ihrer Lieblichkeit das Gemach verlaſſen! Dann hatte er wohl geträumt, er habe ſich endlich ein Herz gefaßt und ſei zu ihren Füßen niedergeſunken, wo⸗ bei er ihr ſeine Liebe erklärt; dann habe ſie ihm ihre Hand gelaſſen, die er mit heißen Küſſen bedeckt, und habe ſie dann erſt ſanft aus ſeinen Händen gelöst, um ihm das Haar aus der Stirne zurückzuſtreichen, und habe dabei geſagt: ja, ich liebe Dich, wie Du mich liebſt, aber die Verhältniſſe bedingen gebieteriſch, daß wir uns nie⸗ mals wieder ſehen dürfen— er wäre glücklicher geweſen, als er jetzt war— oder hätte ſie ihm geſagt: ich könnte


