Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Einzelbild herunterladen

= 31

zuge geſchwellt, vermochte nicht ſogleich weiter zu reden, auch fand er im Augenblicke nicht die rechten Worte und rief erſt nach Verlauf einer peinlichen Minute, während welcher ſie mit dem Ausdrucke der Angſt jede ſeiner Mie⸗ nen bewachte:—„O, das iſt ein entſetzliches Mißver⸗ ſtändniß!“

Ellen preßte mit einem leiſen Schrei ihre beiden Hände vor das Geſicht, und als ſie dieſelben wieder langſam herabgleiten ließ, ſah ſie, wenn gleich furchtbar bleich, doch ziemlich ruhig und gefaßt aus; ja, ein wenn auch ſchmerzliches Lächeln erſchien auf ihren ſchönen Zü⸗ gen, als ſie nun mit ganz leiſer Stimme ſagte:„Es wäre auch zu ſchön und ich— zu glücklich geweſen— — alſo ein Mißverſtändniß!“

„Hören Sie mich,“ rief er,—„o, wie ich un⸗ glücklich bin, doppelt, dreifach unglücklich; laſſen Sie mich Ihnen aber vorher ſagen, daß das ſüße Wort, welches ich aus Ihrem Munde hörte, und in deſſen Wahrheit ich nicht den mindeſten Zweifel ſetzte, mich zum ſeligſten der Menſchen gemacht hat— ein Wort, welches ich auch er⸗ wiedere, tauſendmal erwiedere, und das, einmal ausge⸗ ſprochen, trotz alledem ſeine bindende Kraft haben muß, ſo lange ein Athemzug dieſe Bruſt bewegt— trotz alle⸗ dem— trotz einem Mißverſtändniß—“

„O, ich fühle wohl, ich ſtehe vor etwas Schreck⸗