„Ich glaube, ich kann Sie ohne Anmeldung ein⸗ treten laſſen— da Sie erwartet werden.“
Das klang ihm etwas räthſelhaft, beſonders da ihm die alte Dienerin mit einem unverkennbaren Ausdruck von Vergnügen ſagte:„Bitte, treten Sie ein!“
Er trat ein, blieb aber wie feſtgewurzelt auf der Schwelle ſtehen, mit einem unausſprechlichen Gefühle zu⸗ erſt der Freude, dann des Schreckens, nachdem er ſich erinnert, von wem und durch welche ſchreckliche Veran⸗ laſſung er an dieſe Dame geſandt wurde, die ihm haſtig entgegentrat, ſowie ſie ihn erkannt, aber mit keinem Schmerz in den Zügen, nicht mit dem Ausdruck unan⸗ genehmer Ueberraſchung, ſondern leuchtend vor Glück und Freude, die ihm ihre beiden Hände entgegenſtreckte, die ihn haſtig an das Kaminfeuer zog, die ihn dort im Glanze der Lichter beſchaute mit glückſeligen Blicken, und die dann ihre rechte Hand vor die Augen preßte, indem ſie ausrief:„O, nicht weinen, nicht weinen— nein, glück⸗ lich und ſelig ſein,“ die dann herzlich und innig plauderte, ohne ihn zu Wort kommen zu laſſen— ihn, der ſie mit ſchmerzlicher Verwunderung betrachtete.
„O, ich wußte ja, daß Sie kommen würden,“ rief ſie in glücklichem Tone,„es blieb mir ja ſchon damals nicht verborgen, daß das Intereſſe, welches Sie an mir und meinem Bilde nahmen, nicht nur das des Künſtlers


