ſo höre mich doch ruhig an, Ellen, ich gebe Dir— die Gewißheit, daß jener Mann, der das Bild dort gemalt, Dich eben ſo glühend und leidenſchaftlich liebt, als Du ihn, daß er ſchon hundertmal im Begriffe war, zu Dei⸗ nen Füßen niederzuſinken, Deine Kniee zu umfaſſen und ſeine Liebe zu geſtehen, daß er aber ſein Herz bezwang, um von der vornehmen Dame nicht mit Spott und Ver⸗ achtung zurückgewieſen zu werden.———— Nimmſt Du dieſe Gabe nicht gerne von mir an?“
Sie hatte die Hände auf ihre Bruſt zuſammenge⸗ faltet, ein ſeliger Blick leuchtete aus ihrem ſchönen Auge, dann ſagte ſie, während Thränen über ihre Wangen herabrollten:„Die Gabe iſt unſchätzbar, aber es tödtet mich faſt, ſie aus Ihrer Hand zu empfangen!“
„Du biſt groß in Deiner Liebe, wie in Deinem Haſſe— doch ſei's darum, Du verſchmähſt den ange⸗ nehmen Mittelweg und ich habe meine Schuldigkeit ge⸗ than— lebe wohl, Ellen!“
Er hatte vorhin ſchon, ehe er an das Bild trat, ſeinen Hut vom Boden aufgenommen und ſchritt nun langſam, ohne ſich umzublicken, zur Thüre hinaus— die Treppe hinab, durch den ſtillen Garten, ohne rückwärts zu ſchauen, in ſeinen Mantel gewickelt, leiſe vor ſich hin pfeifend, wie Jemand, der mit ſeinem verbrachten Abend vollkommen zufrieden iſt.


