— 197—
beunruhigen vermöchte,“ ſagte er tief aufſeufzend, indem er ſeine Arme auseinandergleiten und herabhängen ließ, um alsdann die Rechte auf den Tiſch zu ſtützen,„wäreſt Du offen gegen mich geweſen, ſo hätteſt Du Dir dieſe ſchmerzliche Stunde erſpart und mich nicht in eine ſehr ſchiefe Stellung gebracht. Doch gleichviel, ich habe nie etwas gehalten von dem ‚Wäre ich' und ‚Hätte iche, und halte auch hier meinen vernünftigen Wahlſpruch feſt, daß geſchehene Dinge nicht zu ändern find. Wenn Du aber, Ellen, noch ein Gefühl für mich haſt,— beruhige Dich,“ fuhr er haſtig fort, da er ihre Bewegung bemerkte,— „keine Deklamationen— ich meine höchſtens ein Gefühl der Dankbarkeit, ſo wirſt Du vielleicht die Güte haben, gegen mich offenherzig zu ſein.“
„Das will ich!“
„Du liebſt alſo jenen Maler?“
„Ja— ja, ich liebe ihn—⸗
Sie fügte kein weiteres Wort hinzu, aber der innige Blick, den ſie nach oben richtete, ſprach deutlicher als tauſend Worte..
„Und wenn auch dieſe Liebe vielleicht hoffnungslos wäre, wenn ich Dich verſichere, daß Du allem Glück der⸗ ſelben entſagen mußt, wenn ich Dir das beweiſe, würdeſt Du alsdann mit mir dieſe Stadt verlaſſen— 2“
„Nie, nie mit Ihnen.“


