Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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Es war ein peinlicher Augenblick für die Uebrigen,

vielleicht auch für Roſenthal ſelbſt, während er ſcheinbar

ſo ganz unbefangen plauderte und in ſeiner gefälligſten Atrt, als ſage er Jedem die angenehmſten Dinge.

Miß Ellen faßte ſich zuerſt wieder, nachdem die tiefe Röthe, welche in ihrem ſchönen Geſichte aufgeflammt war, wieder der urſprünglichen Bläſſe auf demſelben Platz gemacht hatte, und nachdem ihre Augen einen tief ſchmerzlichen Ausdruck, ſowie ein eigenthümliches Fun⸗ keln wie von hervorquellenden Thränen glücklich über⸗ wunden hatten, und ſie alsdann mit einer bewunderns⸗ würdigen Hoheit und Ruhe ſprach:Es iſt ſo, wie Herr von Roſenthal ſagte, ich ſchäme mich meiner Liebe nicht und habe keine Urſache, den Gegenſtand dieſer Liebe zu verleugnen.

Am unangenehmſten fühlte ſich Graf Wieneck durch dieſe Szene berührt. Mit Mißtrauen hier eingetreten, hatte ihn die Erſcheinung des jungen Mädchens, der edle Ausdruck ihrer Züge, die Art ihres Benehmens und ihrer Sprache, und jetzt vollends der rohe Eingriff Roſenthal's

ein ihre heiligſten Gefühle gänzlich für ſie gewonnen, und er näherte ſich dem Prinzen, um ihn flüſternd zu fragen, ob er es nicht ſelbſt für beſſer halte, dieſe Unterredung hier abzubrechen? Doch wies ihn dieſer beinahe heftig durch eine Handbewegung zurück, und ſeine ſtarr auf