— 189—
kannten verzeihen, daß er ſo unangemeldet in Ihren Salon trat,— nur um Ihnen einen Dienſt zu leiſten und ein Geſtändniß zu erleichtern, welches auf Ihren Lippen ſchwebt, und das zu erfahren Seine Hoheit ſehr begierig ſein muß.“
„Welches Geſtändniß?“
„Nun, den Gegenſtand Ihrer Liebe betreffend; es braucht hier mehr als einer vagen Behauptung, man muß darüber in's Klare kommen.“
„Und Sie haben darüber wohl ſchon vollkommene Klarheit erlangt?“ fragte der Prinz mit einem miß⸗ trauiſchen Blick.
„Gewiß, Hoheit, nachdem ich einmal davon über⸗ zeugt war, Miß Ellen liebe— nicht uns,“ ſetzte er lächelnd hinzu,„ſo war es mir ein Leichtes, den Gegen⸗ ſtand dieſer Liebe und ſomit die Wahrheit Ihrer Be⸗ hauptung, Madame, zu entdecken— und erſt darnach hielt ich es für meine Pflicht, Euer Hoheit über die Frucht⸗ loſigkeit Ihrer Bemühungen aufzuklären; denn da ich Miß Ellen kenne, ſo wußte ich ganz genau, daß es ſich hier nicht um ein vorübergehendes Intereſſe handelt, ſondern um eine wahre, tiefe Leidenſchaft—— eine jener hartnäckigen Lei⸗ denſchaften mit der Deviſe: ‚Eine Hütte und ſein Herz.— Sie ſehen, Madame, ich plaidire hier wie der ausgezeich⸗ netſte Advokat, und zwar für alle Parteien zu gleicher Zeit.“


