Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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ziemlich nahe kam, wenn er bedachte, daß eine ſo lieb⸗ liche, ja wunderbar ſchöne Erſcheinung ſeinen Augen bis jetzt entgangen war. Auch wiſchte er bei der ungezwun⸗ gen vornehmen Art und Weiſe, wie dieſe Dame den Prinzen und ihn zum Sitzen einlud und dann die Unter⸗ haltung eröffnete, ſo raſch wie möglich alle eben verfolg⸗ ten Gedanken aus ſeinem Gedächtniſſe, und würde ſich gar nicht gewundert haben, wenn der Prinz ihm jetzt lachend geſagt hätte:„Nun, lieber Freund, ich habe Sie tüchtig angeführt, und erzeige Ihnen nun die Ehre, Sie meiner Braut, der Prinzeſſin Henriette, vorzuſtellen, welche die Gnade gehabt, mir vor Zeugen dieſe Zuſammenkunft zu bewilligen.“—

Doch flatterten raſch dieſe hübſchen Träume davon, als er in das düſtere, kummervoll blickende Auge des jungen Prinzen blickte, welcher unruhig daſaß und un⸗ fähig ſchien, die leichte Konverſation in die nothwendige, aber gefährliche Bahn zu führen, wohin ſie geführt wer⸗ den mußte.

Ja, das mußte geſchehen, und zwar durch den Prin⸗ zen ſelbſt; wurde ihm aber nicht ſo leicht gemacht, denn die junge Dame parirte mit einer wunderbaren Gewandt⸗ heit jede noch ſo leiſe Anſpielung, wobei ſie indeſſen durchaus nicht gleichgültig oder theilnahmlos erſchien. Daus bezeugte die oft plötzlich erſcheinende Röthe auf ihrem