Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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„Sie geben mir wenigſtens zu, daß auch Sie ihn für einen zweideutigen Charakter halten, und das erleich⸗ tert mir meine Erklärung.“

Nach dieſen Worten wandte ſich der junge Prinz

gegen das Fenſter, als wolle er der Nacht draußen ſein

kleines Geheimniß anvertrauen oder ſein Geſicht nicht ſehen laſſen, was aber auch ohnedieß kaum möglich war, da man bei dem ſchwachen Lichte der verdeckten Lampe kaum im Stande war, ſeine Züge deutlich zu unter⸗ ſcheiden.

„Ich rede hier, wie ein junger Mann zum andern, und zu Ihnen, mein lieber Wieneck, wie zu Jemand, auf den gewiß ſchon das Bild eines ſchönen, lieblichen Weſens einen mächtigen Eindruck gemacht hat— nun gut; die ſehr oberflächliche Bekanntſchaft eines ſolchen ſchönen, lieblichen Weſens ließ mich Herr von Roſenthal machen, dabei Hoffnungen in mir erregend— Hoffnungen, wovon ich— Hoffnungen, deren Erfüllung er mir als ſehr leicht vorſtellte, bis er auf einmal für gut fand, dieſe Hoffnungen auf's Grauſamſte zu zerſtören.“

„———— Darf ich mir vielleicht erlauben, eine Frage zu ſtellen?“ ſagte Graf Leo, als der Prinz hier plötzlich ſchwieg.

„d gewiß, fragen Sie,— fragen Sie, es wird mir viel leichter ſein, Ihre Fragen zu beantworten.“