Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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erſcheinen pflegen, um einen Sterblichen auf's Höchſte zu beglücken, der man ſich aber nur nahen dürfe mit einer ehrfurchtsvollen Liebe— ein zweiter Schwanenritter einer anderen Elſa von Brabant, und die man, wie dieſe, erſt aus Noth und Betrübniß erretten müſſe, um in ihren Armen glücklich zu ſein————⸗

Graf Wieneck wurde unangemeldet in das Kabinet des Prinzen geführt und fand denſelben, ihn erwartend auf und ab gehend, in dem kleinen Gemache. Dieſes war ſpärlich erhellt durch eine oben verhüllte Lampe, die an einen Leſeſtuhl angebracht war, von welchem der Prinz ſoeben aufgeſtanden zu ſein ſchien, und auf deſſen Pulte ein aufgeſchlagenes Buch lag.

„Ich danke Ihnen, lieber Wieneck,“ ſagte der Prinz, indem er ſtehen blieb und ihm ſeine Hand reichte,„daß Sie raſch und pünktlich gekommen ſind,“ worauf er, ſei⸗ nen Spaziergang wieder fortſetzend, weiter ſprach, und wie es ſchien in ziemlicher Aufregung,„wie geſagt, ich danke Ihnen recht ſehr dafür, und bin Ihnen eine Er⸗ klärung ſchuldig über den eigenthümlichen Inhalt meines Schreibens, welches jedenfalls der Erläuterung bedarf, die ich Ihnen auch bereitwilligſt geben werde, was Sie auch natürlicher Weiſe verlangen können und verlangen müſſen,“ worauf Graf Leo in freundlichem Tone erwie⸗ derte, daß er ja in der That hieher gekommen ſei, um